Durch Vorgaben von Politik und Krankenkassen ist es in den letzten Jahren vermehrt zu Problemen in der Arzneimitteltherapie gekommen - Namensänderungen von Medikamenten je nach Rabattvertrag der Krankenkasse, Zwang zum Teilen von Tabletten, Herausnahme von Medikamenten aus der Erstattungspflicht usw. 

Rund die Hälfte der über 70-Jährigen nehmen fünf oder mehr Medikamente ein.
Fünf Prozent der Krankenhausaufnahmen gehen auf das Konto von unerwünschten Medikamenteneffekten. Knapp die Hälfte der Betroffenen stirbt an diesem Mix.

Wir haben in Leverkusen einen gemeinsamen Netz-Medikamentenplan über die Netzakte „VitaLev“ ins Leben gerufen. Zusammen mit den Krankenhäusern, Apotheken und dem Pflegebereich in der Region wollen wir ein höheres Maß an Arzneimittelsicherheit in der Patientenversorgung erreichen.

Trotz - oder gerade wegen - der gesetzlichen Vorgaben ist die Arzneimitteltherapiesicherheit, nach wie vor, unser höchster Anspruch.
Die Ärzte und Apotheker sind dabei auf die Mitarbeit der Patienten angewiesen.

Hinweise, die Sie in der Praxis an Ihre Patienten richten können:

Führen Sie eine Liste aller (!) Arzneimittel, auch Spraysdie Sie einnehmen bzw. anwenden.
Legen Sie bitte die Liste bei jedem Arztbesuch, im Krankenhaus oder in der Apotheke vor. 

Die Liste muss aktuell sein und Arzneimittelnamen, jeweilige Stärke sowie vorgesehene Dosierung Ihrer Arzneimittel beinhalten.

Führen Sie neben den vom Hausarzt und allen ihren Fachärzten verordneten unbedingt auch Medikamente auf, die Sie ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Auch pflanzliche Arzneimittel wie zB. Johanniskraut gegen Depression können Neben- und Wechselwirkungen entfalten. Wenn Ihnen jemand ein Arzneimittel ohne Nebenwirkungen anpreist, seien sie vorsichtig, denn dann hat es auch nur selten eine Wirkung. Trauen Sie sich bitte auch, ihren Ärzten die Arzneimittel zu nennen, die sie zwar verordnet bekommen haben, aber gar nicht bzw. anders als verordnet einnehmen. Dies ist lebenswichtig!

Beachten Sie alle gegebenen Hinweise zur Einnahme bzw. Anwendung Ihrer Arzneimittel.

Um eine sichere und wirksame Therapie zu erreichen, müssen die notwendigen Arzneimittel in der richtigen Dosierung, Häufigkeit und Dauer eingenommen bzw. angewendet werden.

Entscheidend ist es für manche Arzneimittel auch, wie sie eingenommen werden, zB. vor, zum oder nach dem Essen oder mit viel Flüssigkeit. Informationen dazu finden Sie auch in der Packungsbeilage.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Achten Sie auf das Auftreten neuer Beschwerden. 

Treten bei Ihnen insbesondere beim Beginn oder eine Dosissteigerung sowie beim Beginn der Kombination mehrerer Arzneimittel neue Beschwerden auftreten, informieren Sie bitte Ihren Arzt. 

Während einer Dauertherapie achten Sie auf neue akute Erkrankungen. 

Durch eine akute Erkrankung, insbesondere wenn diese mit Erbrechen oder Durchfall einhergeht, kann eine Anpassung der aktuellen Therapie erforderlich sein. Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt. 

Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie alle Informationen richtig verstanden haben.

Machen Sie sich ggf. Notizen und haben Sie keine Bedenken, noch einmal nachzufragen. 

 

Wir starten hier eine Serie von neuen, partnerschaftlichen Projekten, die Ihnen helfen könnten den täglichen Umgang in der Praxis zu erleichtern.